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Die Tandemerer München

4 Tage Erlebnistour im Rieskrater Nördlingen 26.- 29.05.2022

 

Tour-Ausarbeitung: Rosi, Bernhard und Andreas

Teilnehmende Tandems
Bernhard und Stefan (Führungstandem)
Rosi und Andreas (Schlusstandem)
Fred und Ernst
Otto und Anita
Richard und Franz
Robert und Herma
Roberto und Anne
Vilmar und Teena
Waltraud und Gregor

Streckenverlauf: siehe Kartenausschnitte am Ende des Berichts

Statistik des Führungstandem: 186 km in insgesamt 10,5 Std reine Fahrzeit, Schnitt, 17.7 km/Std, Höhenmeter aufwärts 630 m

Die Tour

Der Geopark Ries oder ortsspezifischer das Nördlinger Ries befindet sich im Grenzgebiet zwischen Schwäbischer Alb und Fränkischer Alb. Seit April 2022 ist dieser zum UNESCO Global Geopark (zunächst für 4 Jahre) ernannt. Zum größeren Teil gehört dieser zum bayerischen Landkreis Nördlingen, zum wesentlich kleineren Teil zum baden-württembergischen Ostalbkreis. Das nahezu kreisförmige Ries hebt sich auffällig flach von einer hügeligen Alblandschaft ab.

Früher hielt man das Ries für eine vulkanische Struktur, vor allem wegen der dort gefundenen, von Hitze stark veränderten Gesteine. Das Ries ist jedoch nahezu kreisrund mit einem Durchmesser von etwa 25 km und entstand durch den Einschlag eines Großmeteoriten. Es ist heute einer der am besten erhaltenen und erforschten Meteoritenkrater der Erde, wobei erst im Jahr 1960 nachgewiesen wurde, dass das Ries der Überrest dieses ca. 15 Millionen Jahre alten Einschlagkraters ist.

Tag 1 - Bahnfahrt München HBF - Otting-Weilheim, mit Tandem (und Gepäck) von Otting-Weilheim nach Nördlingen

(Kartenausschnitt 1 weiter unten)

Rasch ging es vorbei am Schloss Otting, welches sich heute in Privatbesitz befindet. Als Burg Otting entstand es bereits im 11. -12. Jahrhundert in der Stauferzeit und beherbergte über Jahrhunderte zahlreiche Rittergeschlechter. Der wohl bedeutendste und vermögendste Ritter war Seyfried von Wemding und Ritter zu Otting, der Anfang des 14. Jahrhunderts lebte. Mit Moritz Heinrich von Otting starb 1578 das Geschlecht der Ritter von Otting aus. Der Hauptteil von Schloss Otting steht heute Gästen als Hotel mit Seeterrasse und Schloss-Cafe sowie als besondere Eventlocation zur Verfügung unter dem Motto: "Alte Substanz kann nur erhalten werden, wenn Leben darin einzieht."

Erster Halt war aber dann der Marktplatz von Wemding, bekannt als "Fuchsienstadt". Der Grund dafür: sie erinnert durch ihren Namen an einen der großen Söhne Wemdings, den Botaniker und Mediziner Leonhart Fuchs (geboren 1501, auch "Vater der Botanik" genannt). (Fuchs selbst hat die Fuchsie nicht gekannt. Als sie 1696 in Südamerika entdeckt wurde, war Leonhart Fuchs bereits 130 Jahre tot!). Dort verweilten wir kurz vor der "Astronautentafel" - Alan Shepard, der Kommandant des Raumschiffes "Apollo 14", Eugene Cernan, Joe Engle, Edgar Mitchell waren in diesem Lokal und haben angeblich Unmengen von Weißbier getrunken. Hier trafen wir auch Robert und Herma, die zunächst das Hotel aufgesucht hatten und uns dann mit ihrem (Elektro)tandem entgegengefahren waren.

Weiter ging die gemeinsame Fahrt zur Kirche/Basilika Maria Brünnlein. An der Rückseite des Altars befindet sich ein Brunnen mit einem Heilwasser, in dem alle sieben Frequenzen des Lichts (Lichtwasser) nachgewiesen wurden. Diese Eigenschaft sorgt angeblich dafür, dass diese Wässerchen sich durch Weitergabe einiger Tropfen unbegrenzt reproduzieren lassen, im Übrigen sollen sie therapeutisch (Augen, Knochen, Demenz) wirksam sein. Die Wasserentnahme musste allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden, da das Rosenkranzbeten in der Kirche nicht gestört werden sollte.

Neben der Basilika befindet sich in alter kirchlicher Tradition der "Gasthof zur Wallfahrt", dort war dann die Mittagspause. Gestärkt durch Speis und Trank führten uns weitere Stationen durch Alerheim und Grosselfingen, von dort ging es direkt nach Nördlingen. Nach der Einfahrt durch das Deininger Tor befanden wir uns jetzt in der malerischen Altstadt von Nördlingen, die umgeben wird von einer im 14. Jahrhundert erbauten Stadtmauer (ca. 2,7 km lang) mit insgesamt 5 Toren und 11 Türmen. Von dort war es durch die Altstadt nur noch ein kurzer Weg bis ins Quartier, dem JUFA-Hotel Nördlingen. Kurz vor Erreichen des Quartiers brachte uns Andreas noch die Legende der Sau am Löpsinger Tor nahe!

Am Abend stärkten wir uns zunächst an einem üppigen Buffet im Hotel, dann wurde der Vorschlag von Rosi angenommen, die umfangreiche Nahrungsaufnahme wieder mit einem Spaziergang auf der Stadtmauer vom Löpsinger zum Deininger Tor und durch die Altstadt Nördlingens abzuarbeiten. Und alle waren dabei!

Tag 2 - 27.05.2022 Nördliche Rieskratertour

(Kartenausschnitt 2 weiter unten)

Nach einem ausgiebigen Frühstück erwartete uns zunächst eine Hiobsbotschaft, denn Robert und Herma hatten mit ihrem E-Tandem Elektronikprobleme und konnten mit uns nicht mitfahren. So fuhren wir von Nördlingen durch das Löpsinger Tor zu dem auf unserer Route liegenden, einzigen Fahrradgeschäft im Gewerbegebiet Nördlingen und erst dann, mit nunmehr acht Tandems, entlang des Eger-Wörnitz-Radweges nach Pfäfflingen (Zentrum des Meteoriteneinschlags!). Weiter ging es über wenig befahrene Straßen nach Wechingen und entlang der "Mozartrunde" nach Munningen. Dieser Ort hat als besonderes Wahrzeichen einen schiefen Kirchturm. Von der Spitze bis zum Grund steht der Turm der kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul rund 1,47 m aus dem Lot. Wir begutachteten den Turm aus verschiedenen Richtungen, denn nicht an jeder Stelle war der Schiefstand sofort sichtbar, aber bei genauerem Hinsehen - der Turm ist wirklich schief, aber trotzdem zu Pisa kein Vergleich!

Die Fahrt führte uns weiter nahe des Flusses Wörnitz nach Oettingen. Die Stadt war Jahrhunderte lang Hauptstadt des Fürstentums Oettingen. Erst 1806 kam sie zum Königreich Bayern. Oettingen besitzt ein wunderschönes Rathaus, eines der prächtigsten Fachwerkbauten Schwabens. Ebenfalls sehenswert sind das Schloss Oettingen und der Hofgarten mit seinem z.T. 200 Jahre alten Baumbestand. Als wir durch Oettingen durchfuhren, wurden gerade Stände für das an diesem Wochenende stattfindende, historische Altstadtfest vorbereitet. Robert und Herma haben ihren erzwungenermaßen freien Tag genutzt und das historische Fest besucht. Sie waren begeistert, vor allem von den Abendveranstaltungen.

Und was fällt uns spontan bei Oettingen ein? Genau, eine der größten deutschen Brauereien, die Brauerei Oettinger, ist hier ebenfalls zu Hause und neuerdings auch Vertreiber des Fitnessdrinks "Bang". In Oettingen hatten wir, auf Wunsch, eine Pause und nutzten diese, um einige Details zur Geschichte von Ort und Fürstentum von Rosi zu erfahren.

Im weiteren Verlauf sind wir nach dieser Pause dann die große Rieskraterrunde 3B (oberhalb des nördlichen, inneren Kraterrings) entlang über Belzheim, Hochaltingen (Bernhard erzählte von seinen Erfahrungen mit dem Eigentümer des dortigen Altenheims, dem Deutschen Orden), und Fremdingen bis Raustetten/Ellrichsbronn geradelt. Auf dieser Strecke herrschte leider starker und böiger Gegenwind, der uns insbesondere bei den langen Abfahrten erheblich einbremste.

Trotzdem erreichten wir gemäß Zeitplan unser Ziel, den Landgasthof Waldeck. Dieser hatte sich nach der Coronapandemie incl. der jetzt asphaltierten Zufahrtsstraße neu herausgeputzt. Da wir unter uns waren - das Restaurant hatte extra für uns geöffnet - konnte Rosi mit Roberto auch ungestört über die Einnahme von Magnesium bei größeren Fahrradtouren diskutieren. Bei dieser Diskussion entschlüpfte, als es um die Bezahlung von Tabletten ging, Roberto dann der Satz "ich kann es dir auch besorgen", worauf die Gruppe, die ja aufmerksam zuhörte, sukzessive in schallendes Gelächter ausbrach und Roberto dann nach einer gewissen Latenzzeit den ausschließlichen Bezug zu Magnesiumtabletten mehrfach verdeutlichte. Diese gute Laune übertrug sich dann auch auf unsere Bedienungen (Mutter und Sohn), so dass wir sehr viel Unterhaltung hatten und die Mittagspause - zum Abschluss gab es Espresso mit zwei selbstgemachten Pralinen - sich ein wenig verlängerte.

Ohne Zeitdruck sind wir nach der Mittagspause zunächst zum Aufwärmen ca. 2 km leicht bergaufgefahren, denn auf uns wartete bei Ellrichsbronn eine fiese 11-prozentige Steigung. 7 von 8 Tandems schafften die Herausforderung ohne Abzusteigen, wobei die "normalen" Tandems die Überlegenheit der Moped-Tandems neidlos anerkannten. Danach ging es in einer abwechslungsreichen Berg- und Talfahrt über Geislingen, Zipplingen und Kirchheim durch eine wunderschön grüne Landschaft zurück nach Nördlingen, wobei der Abschnitt nach Goldburghausen infolge eines sehr angenehmen, leichten Gefälles extrem viel Spaß machte. Trotzdem spürten wir unsere Beine beim Erreichen des Hotels.

Der Abend war dann wegen des in der Altstadt von Nördlingen stattfindenden "Street-Food" Festivals (da konnte man auch Exotisches zum Essen bekommen.) zur freien Verfügung, wobei einige der Piloten die eigens reservierte Sauna in Anspruch nahmen und so versuchten, ihre Muskeln wieder zu lockern. Irgendwann trafen wir uns dann alle an der Hotelbar wieder, da es draußen doch recht kühl geworden war und ließen den Tag bei Wein und einem Bierchen gemütlich ausklingen. Anita achtete sehr darauf, dass Andreas, der Jüngste in der Runde, rechtzeitig ins Bett geschickt wurde.

Tag 3 - 28.05.2022 Erdgeschichtliche Tour - Schlossanlage Wallerstein

(Kartenausschnitt 3 Teil 1 und 3 Teil 2 weiter unten)

Gerade die Geschichte des Ries und die Auswirkungen des Meteoriteneinschlag werden im Foyer des JUFA Hotels (vor dem Restaurant) sehr eindrucksvoll dargestellt; insbesondere sind auch unterschiedliche Gesteinsproben (hinter Glas) zu sehen! Daher waren erstes Ziel am heutigen Tag die historischen Ofnethöhlen bzw. die dort noch erhaltene, ehemalige kleine Römersiedlung. Auf diesem Abschnitt der Tour konnten auch Robert und Herma mitfahren, allerdings ohne Akku!

An der alten "Villa Rustica" erzählte uns Bernhard unterhalb des "Himmelreiches" (so heißt dieser Hügel tatsächlich) dann die Geschichte vom Meteoriteneinschlag, Ofnethöhlen und der römischen Anlage für Legionäre im Ruhestand.

Da allseitig der Wunsch bestand, sich auch eine geologische Formation anzusehen, sind wir eine lange Steigung zum Steinbruch Altenbürg hochgefahren und haben besichtigt und besprochen, was Astronauten, NASA bzw. ESA dort übriggelassen haben. Nur die braunen Schafe, die dort weideten, waren wohl jüngeren Datums, fühlten sich aber durch uns nicht gestört. Dann wurde es bis Herkheim etwas anstrengender; wir sind nämlich, in Abweichung von der auf der Karte angezeigten Route (über Ederheim), nach Unterkreuzen der B466, einen linksseitigen Schotterweg hochgefahren und wurden auf der Bergkuppe dieses Panoramaweges mit einem unglaublichen Blick über das Ries bzw. Nördlingen entschädigt.

Von dort ging es zu einem vom Führungstandem gewählten, inoffiziellen Aussichtpunkt, an dem genügend Zeit war, das überwältigende Panorama auch auf dem Handy festzuhalten. Hiervon machten wir ausgiebig Gebrauch, da durch die heute noch etwas kühleren Temperaturen die Fernsicht weit über den Rand des Kraters hinausging.

Auf einer langen Abfahrt ging es nun durch das Berger Tor direkt zurück nach Nördlingen. Wir hielten an vor dem Geburtshaus von Gerd Müller (Bomber der Nation, verstorben am 15.08.2021) und den Verkehr auf (keiner der Autofahrer hupte!!). Bernhard erwähnte auch, dass man sich über den Standort des bereits fast fertigen Denkmals nach wie vor in Nördlingen nicht einig ist. Da wir zu der Lösung dieses Problems auch keinerlei Beitrag leisten konnten, haben wir die Altstadt durch das Baldinger Tor wieder verlassen und sind direkt nach Wallerstein (Besitz der Fürsten zu Oettingen-Wallerstein) gefahren. Das Schloss, in dem 1777 Wolfgang Amadeus Mozart vorsprach, um eine Anstellung bei der auf hohem Niveau stehenden Hofkapelle zu erhalten (hat damals nicht geklappt), ließen wir linker Hand. Es ist heute der Öffentlichkeit nur noch nach Voranmeldung zugänglich.

Wir konzentrierten uns auf Kulinarisches, denn nach Bewältigung einer kleinen Steigung durften wir im "Goldenen Löwen", von in Dirndl gekleidetem Servicepersonal umschwärmt, zu Mittag essen (gigantischer Nachtisch!). In Decken eingehüllt, konnten wir sogar im Freien sitzen, wobei die Sonne uns zeitweise sehr angenehm Rücken und Beine wärmen durfte.

Nach dem Mittagessen verschafften wir uns einen Eindruck der weiten Landschaft am nördlichen, inneren Kraterrand und fuhren genussvoll auf asphaltierten Fahrradwegen quer durch das Ries. Heute war der Gegenwind deutlich milder, trotzdem mussten wir auf der langgezogenen Steigung von Unter- nach Oberwilfingen kämpfen, um auch tatsächlich am Scheitelpunkt anzukommen. Mit Blick auf Zipplingen bogen wir dann am Orteingang links ab und fuhren wieder in den Krater hinein, wobei wir gelegentlich am Rand Felsformationen, die nach dem Meteoriteneinschlag entstanden waren, sehen konnten.

Dankenswerterweise bog das Führungstandem zu unser aller Erleichterung diesmal an der Wegegabelung, die wir schon vom Vortag kannten, nach links ab. Die weitere Abfahrt führte uns über Munzingen auf asphaltierten Straßen direkt wieder nach Wallerstein, wo wir auf allgemeinen Wunsch an der Pestsäule stehen blieben. Zunächst haben wir mehr oder weniger fasziniert der lärmenden Vorbeifahrt einer nicht enden wollenden Menge von Traktoren (zeitgleich fand nach Wallerstein in Ehringen ein Traktorenfestival statt) zugesehen; erst als wieder (Traktoren)-Ruhe eingekehrt war, konnte Bernhard anhand eines mitgeführten Prospektes die Geschichte zur Pestsäule (eigentlich Dreifaltigkeitssäule) erklären.

In den Jahren 1722 - 1725 wurde sie von dem Bildhauer Johann Georg Bschorer geschaffen. Der unmittelbare Anlass war tatsächlich die Pest, wobei die Säule eine Stiftung des Grafen Karl Anton gewesen ist. Abgebildet sind über einem mächtigen Sockelstein ganz oben in einer Wolkensäule drei Heilige, der hl. Sebastian, der hl. Rochus und der hl. Antonius von Padua, die die Anliegen auch der Ärmsten an himmlischer Stelle vorbringen sollen. Deswegen schwebt auch über den Heiligen noch das Bild der Maria, eingebettet in einen goldenen Reif von 12 Sternen.

Wir haben dann Wallerstein gemütlich in Richtung Ehringen verlassen und sind zunächst ins Hotel zurückgekehrt. Insgesamt hatten wir an diesem Tag schlussendlich 52,2 km und 210 Höhenmeter (aufwärts) bewältigt, aber der Tag war noch nicht zu Ende. Einige von uns fühlten sich in die Zeit römischer Senatoren zurückversetzt, als sie am frühen Abend im Foyer vier weiß bemäntelte, schon etwas ergraute Herren erblickten. Bei näherem Hinsehen stellte sich diese Diskussionsrunde aber als zu unserer Gruppe gehörig heraus - es waren schlichtweg die Besucher der Sauna, Fred, Roberto, Richard und Ernst!

Am Abend sind wir dann gemeinsam in Wenger's Brettl eingekehrt. Eine angenehme Überraschung war die gemütliche, schwäbisch-bayerische Atmosphäre, die holzgetäfelten Wände und die wunderschönen Dirndln der Chefin bzw. auch des überaus freundlichen Servicepersonals. So speisten wir sehr variantenreich vom Ochsenbraten bis hin zu Vilmars Speiseeiskombi "Heiße Liebe", die allein schon satt gemacht hätte. Was für ein stimmungsvoller Ausklang!

Die Stimmung nutzten die Teilnehmer dann auch, Rosi, Bernhard und Andreas für die Ausarbeitung, Organisation und Durchführung der 4-Tage-Tour ein großes Lob und Dankeschön auszusprechen! - Zur Erinnerung die ersten Planungen begannen 2019, dann zweimal verschoben und beim dritten Anlauf einfach genial!

Tag 4 - 29.05.2022 Rückfahrt Nördlingen - Donauwörth

(Kartenausschnitt 4 weiter unten)

Heute hieß es Abschied nehmen von Nördlingen, das sich am Sonntag noch kühler bei 7 Grad Celsius präsentierte. Nachdem wir unsere Tandems wieder bepackt hatten, fuhren wir ein letztes Mal durch die Altstadt zum Deininger Tor und dort an der Stadtmauer entlang zum Reimlinger Tor, wo wir dann die Altstadt verlassen haben. Die Tour führte auf weitgehend asphaltierten Fahrradwegen bzw. wenig befahrenen Straßen (den trockenen Tunnel unter der B25 zum Wechsel von der rechten auf die linke Straßenseite haben wir nicht verpasst!) über Reimlingen in Richtung Donauwörth (nach ca. 800m rechts zur Straße nach Balgheim!). Zwischen zwei dunklen und sehr bedrohlich wirkenden Gewitterwolken sind wir dann "trocken", aber leicht gekühlt, weiter nach Merzingen (entlang des Planetenwegs) über Mönchsdeggingen, Kleinsorheim, Großsorheim gefahren und haben tatsächlich ohne Regenguss die steinerne Brücke vor Schloss Harburg erreicht.

Dort legten wir eine Pause z.B. für Gruppenfotos ein. Entlang der "Mozartroute" und weiterhin von Gewitterwolken bedroht, fuhren wir über Ebermergen bis Wörnitzstein und dann entlang des Wörnitzradweges nach Donauwörth. Ein erneutes Päuschen gab einigen von uns Gelegenheit, den letzten Megablock des Asteroideneinschlags auf dieser Strecke, den Kalvarienberg mit der Kalvarienbergkapelle, zu fotografieren.

Ungefähr 5 km vor Donauwörth hat es uns dann doch noch erwischt, wir haben aber nur ein paar Regentropfen abbekommen. Dies erschien uns, die Silhouette von Donauwörth bereits im Blick, nicht mehr so gravierend, so dass wir ohne das Anlegen der Regenkleidung unser Restaurant "Roma" an der Wörnitz erreichten. Hier konnten wir uns dann bei italienischen Speisen auch aufwärmen. Kommentar von Franz zum Wetter: "Es hätte auch schlimmer kommen können!"

Die Rückfahrt erfolgte mit der Bahn wie vorgesehen um 15:20 Uhr ab Donauwörth, allerdings war dies der vorläufig letzte Tag mit fast ebenerdigem, gutem Zugang für Tandems über Gleis 1, da am Bahnhof mit dem Umbau von Gleis 1 am Folgetag begonnen wurde. Unterwegs wurde uns spätestens bei Kissing bewusst, dass wir heute mit dem Wetter großes Glück hatten, denn in Kissing hagelte es unwetterartig und der Boden war mit Hagelkörnern und Schnee bedeckt. Wir erreichten München wohlbehalten und vor allem auch nicht durchnässt.

Bericht verfasst von Rosi, Bernhard und Andreas


Zusatzinformationen zur Mehrtagestour

Vorträge zu einzelnen Stationen

Vortrag Andreas zur Legende zum Löpsinger Tor

Vortrag Rosi zu den Geschlechtern der Oettinger

Vortrag Bernhard zur Entstehung des Rieskrater

Vortrag Bernhard zur Villa Rustica


Kartenmaterial

(Quellenangabe: alle folgenden 5 Kartenausschnitte wurden in BIKEMAP erstellt und heruntergeladen)


zuletzt geändert am 07.06.2022 von leitung@tandemerer.de © 2001 - 2022 Die Tandemerer