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2017
Tandemerer-Mehrtagestour vom 25. bis 27. Mai 2017
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Tandemmehrtagestour vom 25. bis 27. Mai 2017

 

Ausarbeitung: Rosi, Bernhard und Andreas


Start: München HBF


Ende: München HBF


Streckenverlauf: 3 Tagestouren


Streckenlänge siehe Statistik am Ende
Schwierigkeitsgrad: leicht, bis mittel
Streckenbeschaffenheit Straßen, Schotterwege, befestigte Radwanderwege

Tourenteilnehmer: 11 Tandems
Bernhard und Franz (Führungstandem )
Dorothee und Gregor
Fredund Kerstin
Claus und Stefan
Vilmar und Jutta
Roberto und Stefanie
Detlef und Andrea
Otto und Anita
Michael und Christa
Robert und Ernst
Rosi und Andreas (Schlusstandem)

Die Tandemerer im Schwabenland

Zum Treffpunkt am Hauptbahnhof waren alle Teilnehmer voller Vorfreude auf die kommenden Tage bereits um 9.30 Uhr am Gleis 14 vollzählig. Erster Schreck für die Organisatoren als wir auf dem neuen Zugplan erkannten, dass es nur zwei Fahrradabteile gab, in diesen mussten wir 11 Tandems unterbringen. Also an die Arbeit, Gepäcktaschen abhängen und als der Zug einfuhr, waren wir zum Glück die Ersten, die einstiegen und so konnten wir uns alle gut verteilen. Es war etwas eng zum Durchgehen in den Abteilen, angesichts des schönen Wetters waren aber alle Zugfahrer gut gelaunt. Auch der Zugbegleiter war sehr freundlich.

Der Fugger Express beförderte uns bis nach Meitingen, wo wir unsere Gepäcktaschen noch befestigten und dann konnte es losgehen. Abfahrt in Richtung Herbertshofen. Wir kreuzten zwei Verkehrskreisel, nachdem wir am Sportplatz rechts abgefahren sind. Dann weiter Richtung Biberbach, immer den Verkehrswegweisern folgend. Vor Biberbach sind wir rechts abgefahren in Richtung Markt – Langenreichen. Rechts von uns begleitete uns eine riesige Schafherde, auch viele Lämmer und schwarze Schafe waren darunter.

Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, alle schauten erschrocken umher – was war das ..? Gregor ganz entspannt, „dieses Geräusch kenne ich, dass war ein Reifenplatzer“, die Gruppe vor uns gab auch schon das Zeichen zum Anhalten – das Tandem Robert/Ernst waren die Leidtragenden. Vor dem imposanten Hintergrund der denkmalgeschützten Markter Burg, erbaut im 14. Jahrhundert, versuchten unsere versierten Radlschrauber Ernst, Fred und Claus dieses Tandem so zügig wie möglich zu reparieren.

Bildeinschub: Hier im Bild sieht man hinter der Burg die katholische Schlosskapelle St. Johannes Baptist der Täufer. Sie wurde 1738/39 im Stile des Barocks von Simon Rothmiller erbaut. Heute ist das ganze Anwesen jedoch in Privatbesitz, wird leider als Reiterhof genutzt und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nach der unfreiwilligen Pause fuhren wir weiter durch Markt, am Ortsende von Markt bogen wir ab in den Wald, wo wir bei angenehmen Temperaturen eine sanfte langgezogene Steigung bis nach Rieblingen radelten. Am Ortseingang von Rieblingen bogen wir ab in Richtung Neuschenau, es ging Hügel rauf, bei Vogelgezwitscher und der herrlichen Landschaft und runter nach Possenried, Hohenreichen und Frauenstetten. Vorbei an schmucken Häusern und gepflegten Gärten, wo jetzt Rhododendren und Frühsommerblumen blühen in allen bunten Farben. Andrea haben es besonders die satten weißen Margeriten auf grüner Wiese in den Vorgärten angetan – sie fand das wunderschön, war es auch!

Nach Frauenstetten fuhren wir den asphaltierten Radweg entlang der Weizen- und Gerstenfelder eine heftige langgezogene Steigung hinauf, bei diesen Mittagstemperaturen kamen wir alle ganz schön ins Schnaufen, oben angekommen gönnten wir uns eine kurze Trinkpause, danach ging es zum Glück wieder bergab, dass lieben wir ganz besonders, wenn der Fahrtwind uns um die Ohren weht. Gleich bei der Einfahrt in Gottmannshofen bogen wir links ab zur Wallfahrtskirche Gottmannshofen, wo wir im Landgasthof Stark bereits erwartet wurden. Bernhard hatte unsere Verspätung telefonisch angekündigt, der Chef und Koch des Hauses nahm es aber gelassen. Bei guter schwäbischer Küche konnten wir uns alle stärken im gemütlichen Garten des Gasthofs, damit waren wir wieder topfit für den weiteren Verlauf der Strecke.

Der Radlweg führte uns durch die Stadt Wertingen mit vielen kleinen Geschäften und Kaffees, es war ja Feiertag, deshalb waren die Kaffees recht gut besucht. Es ging mal wieder eine Steigung hinauf in Richtung Schwimmbad – aber doch nicht ganz so hoch, wir bogen vorher ab in den Fahrradweg der uns wieder bergab führte und dann weiter Richtung Riedschreinerhof und Kicklingen – kurze Trinkpause- es war schön warm geworden im Verlauf des Tages. Weiter radelten wir durch Raps- und Weizenfelder auf einer mit wenig Autos befahrenen Straße nach Steinheim, hier passierten wir erstmals eine Brücke über die Donau. Nach dem Sportplatz in Steinheim bogen wir links ab in den Wald, vorbei an einigen Baggerseen auf den Donauradwanderweg. Herrlich im kühleren Schutz des Waldweges entlang der Donau zu radeln, den Bärlauch zu riechen und den Kuckuck zu hören. In Dillingen, an der Staustufe Obere Quelle, beim Pfarrer Kneipp Brunnen (Kneipp (geb. 17.05.1821 in Stephansried bei Ottobeuren) ging in Dillingen zur Schule und absolvierte am Dillinger Lyzeum ab 1848 das Priesterseminar) machten wir nochmals eine Pause.

Jetzt waren es nur noch sieben Kilometer bis zu unserem Tagesziel und Übernachtungsort Lauingen an der Donau. Die schafften wir auch noch wunderbar und im Hotel drei Mohren angekommen, verstauten die Piloten erst die Tandems in der Werkstatt des Hotels, hier wurde abgeschlossen, wir konnten guten Gewissens entspannen. Die Zimmerverteilung ging auch recht zügig, da die jeweiligen Partner vorher schon bekannt gegeben wurden.

Zum Abendessen trafen wir uns dann im Hotel pünktlich um 19.00 Uhr, bis wir aber unsere bestellten Getränke und das Essen bekamen hat es gedauert und gedauert und gedauert…. Okay, das lassen wir jetzt. Stephan beschwerte sich im Namen der ganzen Gruppe, dass das für eine vorangemeldete Gruppe viel zu lang gedauert hat (2 Stunden), bis wir hungrige Radler das Essen bekamen. Der Chef hat am nächsten Morgen versprochen uns zu entschädigen, (Spende an den BBSB) – wir hoffen sie kommt. Nach 52 km abwechslungsreicher Tagestour fielen alle müde in die Betten.

Am nächsten Morgen gut ausgeruht, hatten wir nach einem Frühstück, das keine Wünsche offen ließ, noch etwas Zeit, uns den Marktplatz vor dem Hotel anzuschauen. Einige wollten noch ins Fahrradhaus Lauingen, um Ersatzteile für das Tandem zu besorgen – sicher ist sicher! Die anderen spazierten mit ihren Piloten in kleinen Gruppen um den Marktplatz wo das Albertus-Magnus-Denkmal steht.

Albertus-Magnus, um das Jahr 1200 in Lauingen geboren, wird hier vom Künstler Ferdinand von Miller gezeigt als Wissenschaftler, Gelehrter und im Habit eines Dominikanermönchs, den Kopf mit einer Kapuze bedeckt und am Gürtel einen Rosenkranz. Albertus-Magnus wirkte von 1260-1262 als Bischof von Regensburg, danach zog er als Kreuzprediger durch Deutschland und Böhmen. Er wirkte weiterhin als Kirchenlehrer in Würzburg, Straßburg und Köln. Am 15.November 1280 stirbt er in Köln, 1931 wurde er heiliggesprochen. Seit 1941 ist er der Schutzpatron von Lauingen.

Hinter dem Albertus-Magnus-Denkmal erhebt sich das Rathaus von Lauingen, ein klassizistischer Palazzo erbaut von dem Architekten Lorenzo Quaglio, fertiggestellt im Jahr 1791. Für damalige Verhältnisse ein sehr modernes Bauwerk mit der Schauseite zum Marktplatz hin, dem vortretenden Mittelrisalit und den mächtigen Säulen, sowie dem Sandsteinbalkon. Zur anderen Seite des Rathauses erhebt sich mit seinen stolzen 54m der Schimmelturm in die Lüfte, das Wahrzeichen Lauingens. Die dort verewigten Fresken erzählen von uralten Sagen, von einem gewaltigen weißen Ross, einem tapferen Lauinger Krieger und dem angeblich schönsten und größten Weibsbild Europas, Gräfin Geiselina. Der Bau des Schimmelturms begann im Jahr 1478 und dauerte 21 Jahre. Sehr interessant dass alles, meinte Jutta, aber wir wollen noch radeln.

Nachdem alle wieder vollzählig waren, machten wir uns um 10.00 Uhr abfahrbereit für die zweite Tagestour – los ging es durch das obere Brunnental zur Segrèpromenade – Via Danubia – wir kommen. Durch den Lauinger Stadtpark, bereits dicht entlang der Donau und eines schmalen Ziehweges zur Mündung der Brenz, links von uns wild romantisch dichtes Baum- und Buschwerk, unter uns die Donau mit einigen Stromschnellen im Sonnenlicht glitzernd, radelten wir locker, heute ohne Gepäck, bis in den Ortsteil Faimingen, wo wir den ersten Halt an der römischen Tempelanlage machten.

Hier hatte unser Leitungsteam, Gregor und Fred, einen Pressetermin mit einem Mitarbeiter der Donauzeitung (Lokalteil der Augsburger Allgemeinen). Die Redakteure freuen sich immer, wenn sie über besondere Radfahrergruppen entlang der Donau berichten können. Natürlich wurde die Tandemerergruppe auch fotografiert vor der sehenswerten Tempelanlage.

Faimingens römische Tempelanlage ist die größte Teilrekonstruktion nördlich der Alpen. Der Apollo-Grannus-Tempel befindet sich mitten im Dorf, 1987 wurde das imposante Bauwerk von 1000 Quadratmeter Fläche erstmals als Freilichtmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Große Schautafeln informieren über die Geschichte von Vicus und Kastell.

Nach so viel Geschichte heute Morgen radelten wir weiter durch Faimingen über gut asphaltierte Feldwege nach Echenbrunn und Veitriedhausen, wo wir nach links abbogen in Richtung Pfannental – Rosi sagt: “hier kommt sowieso nie ein Auto“, Claus/Stefan sperrten für uns fürsorglich die Straße und tatsächlich warteten da zwei Autos, Klaus/Stefan sind halt ein langjähriges erfahrenes Tandemprofiteam, gut dass wir sie dabei haben.

An einer Kirschbaumallee vorbei an Feldern, weiter im Hintergrund die Hügellandschaft des Pfannentals radelten wir fröhlich weiter bis kurz vor Gundelfingen, dann ging einem Tandemreifen die Luft aus. Bis der wieder hergestellt war, hatten wir im nahen kleinen Park vor der ehemaligen Keramikfabrik Gutbrod in Gundelfingen eine Pause eingelegt. Detlef rauchte genüsslich seine Zigarette, Rosi verteilte Nüsse, Detlef Mentos und Dorothee verwöhnte uns mit arabischen Köstlichkeiten.

Genug Pause, jetzt sind wir wieder auf unsere Tandems gestiegen und weitergeradelt durch die Ortschaft Gundelfingen. Einige haben die Abzweigung nicht mehr geschafft (rasante Pilotin und Piloten) die Bernhard und Franz gefahren sind, bald war die Gruppe wieder zusammen und weiter ging die Fahrt an der Weltfirma Gartner Glasfassaden (die über die ganze Welt verteilt an den höchsten Gebäuden die Glasfassaden gebaut haben) vorbei an den tief blau schimmernden Gartner See und am Ufer entlang nach Peterswörth. Zurück durch Wald und Feld an die Donauufer, am Wünschee, herrlich gelegen, in einem Naturschutzgebiet ging mal wieder einem Reifen die Luft aus. Zwangstrink- und Ratschpause.

Kerstin, Rosi und Andreas bewunderten die schönen wilden Blumen am grünen Wegesrand. Das Tandem war schnell repariert und schon ging es an der schönen, jetzt blauen Donau flott dahin, bis wir schon links vor uns die Reisensburg auf der linken Seite des Donauufers sehen konnten, eines der Wahrzeichen von Günzburg. Jetzt wurden nochmal Kräfte mobilisiert, einmal über die Donaubrücke, dann durch eine Unterführung, wieder hoch über die Brücke, die Bahngleise unter uns und ab ging die Fahrt über grobes Kopfsteinpflaster heftig bergauf durch das untere Stadttor in die Günzburger Altstadt. In der historischen Brauereigaststätte zur Münz konnten wir die Tandems im Innenhof gut parken. Plätze im Freien unter großen Sonnenschirmen waren für uns bereits reserviert.

Jetzt ein kühles Getränk und was Leckeres zu Essen und die Welt ist schön. Schwäbische Gerichte und deutsche Küche mit leichten Salaten, Spargel- und Fleischgerichte standen zur Auswahl. Dieser Gasthof zur Münz hat eine Geschichte, die bereits im Jahr 1586 urkundlich bezeugt wurde. Hier trafen sich früher die Handwerker (Zimmerer, Maurer und Ziegelmacher). Günzburg war Residenzstadt und besaß das Recht zur Münzprägung. Die Günzburger „Maria-Theresia-Taler“ fanden ihren Weg bis in den Orient- und die Münzbeamten den Weg in die kleine Brauerei zur „Münz“.

Nach dem Essen schlenderten einige von uns über den historischen Marktplatz um im nahegelegenen Eiscafe einen Espresso zu trinken und sich ein Eis zu gönnen. Lebhaft ging es hier auf dem Marktplatz auch schon früher zu, als Kaiserin Maria Theresia 1760 anordnete, die Postroute Wien-Paris über den Marktplatz in Günzburg zu führen. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts waren unter den 43 Häusern, die entlang des Platzes stehen, 19 Gasthäuser zu finden. Günzburg liegt an der Mündung der Günz und der Nau, die hier in die Donau fließen. Die Stadt ist eine große Kreisstadt mit ca. knapp über 20.000 Einwohnern. Dank ihrer vielen historischen Gebäude ist sie Teil des Schwäbischen Barockwinkels.

Die Tandemerergruppe schwang sich wieder in die Sättel, was jetzt Einigen besonders schwer viel, nach vielen Stunden auf dem Radl hatte unser Allerwertester einige Blessuren. Bei diesem schönen weiß-blauen Himmel fiel es uns aber leicht, gleich wieder in Tritt zu kommen. Die schöne Landschaft bergauf und bergab tat ihr übriges, dass wir die Mittagsschwere schnell wieder loswurden.

An der Abzweigung zum Römerturm hielten wir kurz um zu besprechen, wer Lust hat da hinauf (recht steil) zu radeln, aber angesichts der sehr groben Schotterstraße beschlossen wir, unseren Reifen zuliebe, dies bleiben zu lassen und radelten mit Wind um die Nase bergab (wie schön) nach Offingen. Von dort sahen wir schon die beiden weißen Kühltürme des Kernkraftwerkes Gundremmingen immer näherkommen. In Gundremmingen an einer Tankstelle wurde nochmal bei einem Tandem Roberto/Stefanie, Reifen/Luft geprüft und nachgepumpt.

Juchhu, es ging weiter, ab jetzt nur noch auf ebener Strecke, keine Hügel mehr, dicht am Kernkraftwerk vorbei (Stefan wollte eine Führung) wieder über die Felder, schöne asphaltierte Wege, weiter nach Aislingen, an der Franziskuskapelle vorbei, über die Straße, denn auf der anderen Seite verlief der weitere Fahrradweg nach Weisingen –

auf dieser Strecke bremste uns der Gegenwind wieder etwas – Andreas: „hier haben wir immer Gegenwind, egal wann wir fahren!“ In Weisingen folgten wir der Abzweigung nach Lauingen um kurz darauf den geteerten Feldweg rechts zu nehmen – auf Wunsch von Roberto/Stefanie, Otto/Anita und Rosi/Andreas kurze Trinkpause, im Schatten eine Wohltat.

Erfrischt fuhren wir jetzt im Schatten der Bäume und Sträucher weiter um dann in einen urwaldähnlichen, schmalen Weg entlang des Weisinger Baggersees zu fahren, am Ende sprang dann noch die Kette von dem Tandem Detlef/Andrea raus. Detlef und Klaus reparierten dieses Malheur schnell und weiter ging die Fahrt übers Brückerl am Dillinger Golfklub vorbei in Richtung Dillingen.

An der Kleingartenanlage, die rechter Hand liegt, vorbei der Straße folgend unter der Brücke durch, den ersten Feldweg rechts abbiegen um dann gleich wieder rechts zu fahren auf die große Donaubrücke, danach gleich wieder rechts und weiter rechts am Campingplatz vorbei dem Donauradwanderweg folgend, nochmal am Donauufer entlang in der abendlichen Sonne bis nach Lauingen.

Sicher angekommen nach strammen 64 km Tagespensum waren Dorothee und Gregor noch voller Tatendrang und sind nochmals los zum Kneippbecken an die Donau – auch eine Entspannungsmöglichkeit. Die anderen zogen eine Dusche vor. Kurz vor 19.00 Uhr gingen wir hinüber ins Restaurant Roma zu Antonio, einem waschechten Italiener. Plätze waren für uns, im blumengeschmückten Innenhof des Restaurants reserviert. Zur Begrüßung gab es ein kleines Glas Prosecco, das hat die Lebensgeister wieder geweckt.

Das Essen hatte auch allen sehr gut geschmeckt, die Pizzen waren so groß, dass sie über den Tellerrand geragt haben und die Tagesmenüs waren sehr geschmackvoll zusammengestellt – wir haben es uns alle gut gehen lassen, in fröhlicher Runde. Nach dem Essen gab es für einige Schlemmermäuler noch ein Eis oder einen Gute Nacht Trunk zum Einschlafen.

Am nächsten Morgen waren bereits alle um 7.30 Uhr am Frühstückstisch, Dorothee war fleißig am Vorlesen aus der Donauzeitung, denn wir standen mit großem Gruppenbild im Lokalteil – jeder wollte natürlich den halbseitigen Artikel lesen. Jetzt wussten wirklich alle Geschäftsleute um den Lauinger Marktplatz, wer diese Radler mit dem Tandem waren.

Nachdem sich alle gut gestärkt hatten für diesen Radeltag, wurden die Tandems bepackt und los ging die Fahrt, um kurz nach 9 Uhr, entlang der Donau in der Morgensonne durch den frischen Auwald. Wir radelten flott dahin, noch ging alles ohne Steigungen, über Steinheim, Höchstädt – leider keinen Aufenthalt am Schloss, aus Zeitmangel – dafür Halt am Fahrradgeschäft am Ortsausgang.

Fred kaufte seiner Kerstin einen Gelsattelüberzug, damit sie den heutigen Tag auch noch gut Übersteht. Rosi war jetzt schon etwas kraftlos in den Armen:“ Andreas komm, bitte hilf mir, ich krieg das Hinterteil nicht hoch“ (vom Tandem natürlich… was ihr schon wieder denkt!).

Weiter geht es, heute müssen wir etwas treiben, denn wir wollen am Spätnachmittag den Zug um 16.20 Uhr in Donauwörth erreichen. Überall in den Ortschaften die wir passierten erregt der Tandemtross Aufmerksamkeit. Die Leute in Sonderheim, Blindheim, Gremheim schauen uns alle freudig nach und wünschen uns Gute Fahrt (haben wohl Zeitung gelesen..).

Unsere Fahrt wurde nochmal unterbrochen durch pft..pft..pft, Loch im Schlauch – Luft raus. Unvorhergesehene Pause, wir suchten Schatten – Robert, Ernst, Andrea, Detlef, Andreas und Rosi unter einem Baum am Wegesrand, die anderen reparierten den Schlauch und Dorothee, Gregor, Stefan, Vilmar, Jutta, Klaus, Fred, Kerstin und Christa, sowie Otto und Anita fanden ein schattiges Plätzchen weiter vorne. Einige Donauradwegradler fuhren an uns vorbei – die Schwester von Waltraud mit ihrem Mann waren auch dabei – die kannten Fred und es gab ein großes Hallo am Wegesrand, so ein Zufall.

Irgendwann sind wir dann weitergeradelt, es war sehr heiß geworden. Nach Schwenningen sind wir über die B16 gefahren in Richtung Unterbissingen, über die Felder, im Hintergrund das satte Grün der Laubwälder, Hügel rauf und in rasanter Fahrt wieder hinunter, bei der Abzweigung Richtung Tapfheim sind wir aber links gefahren nach Donaumünster durch das schöne Kesseltal, von wegen Tal, es geht ständig bergauf und bergab.

Das Tandem Michael/Christa hatte es besonders eilig, wir genossen alle diese wunderschöne Landschaft an diesem Bilderbuchtag – die Sonne strahlte nur so vom Himmel. Vor Brachstadt gab es noch eine langgezogene Steigung zu bewältigen um dann wieder bergab in die Ortschaft zu radeln, hier links weiter der Straße folgend wieder links nach Oppertshofen auf den Radweg rechter Hand nach Kesselostheim, danach fast am Ende der Ortschaft den Einschlupf rechts finden nach Buggenhofen. Dieser kleinen engen Dorfstraße folgten wir wieder den Hügel hinaufradelnd bis zur Landgaststätte Maikäfer.

Hier wartete bereits unsere Überraschung für die Gruppe, Bernhard‘s, Andreas‘ und Rosi‘s Freunde, Josef und Hermine, die als Abschleppdienst zur Verfügung standen, falls auf diesen letzten Kilometern noch etwas passieren sollte, damit wir rechtzeitig am Bahnhof sind. Dorothee und Gregor nahmen dies mit großer Freude auf, Dorothee meinte nur: „einen Besenwagen hatten wir noch nie“.

Jetzt konnten wir alle das Mittagessen auf der romantischen Terrasse des Maikäfer‘s genießen, der Blick in die traumhaft schöne Landschaft des Gnadentals war sehr entspannend. Nach dem Essen war noch etwas Zeit, sich die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt anzuschauen. Errichtet wurde sie im 15. Jahrhundert und Ende des 17. Jahrhundert von Georg Danner umgebaut. Mitte des 18.Jahrhundert erhielt die Kirche eine neue Innenausstattung im Stile des Rokokos. Ein wunderschöner Ort der Besinnung. Die Kirche ist für Besucher immer offen.

Wir hatten noch eine Etappe von 18 km zu bewältigen, die jedoch über den Heuberg führte. Erst nochmal ein Stück nach Kesselostheim und dann nach Oppertshofen, wo es gleich nach dem Ortseingang links hinaufging, alle traten kräftig in die Pedale – für unsere geübten Bergfahrer endlich eine kleine Herausforderung, die Männertandems fuhren auf und davon.

So radelten wir jetzt in der heißen Mittagssonne einige Kilometer den Berg hinauf. Vilmar, Jutta, Roberto, Stefanie, Fred, Kerstin, Rosi und Andreas machten eine extra Trinkpause, schon kam das Tandem Robert und Ernst um nachzufragen was los sei – Rosi: „nix ist los, wir machen Pause in dieser Hitze.“ Ernst: „Dann ist es gut, wir wollten nur schauen, ob ihr Hilfe braucht!“ Alles gut, nach einer Erholungspause ging die Fahrt weiter (im untersten Gang) und bald hatten wir auch wieder zur Gruppe aufgeschlossen, die oben am Berg angekommen war und jetzt im Schatten des Wäldchens eine Pause machte.

Bernhard ermahnte die Gruppe nochmals jetzt vorsichtig diesen Berg auf der anderen Seite nach Wörnitzstein hinunter zu fahren, da es sehr steil war und die Straße uneben. Die Abfahrt war der reinste Genuss, diese wunderschöne Landschaft, der klare Fernblick und im Tal die weißen Häuser von Wörnitzstein, davor das blaue Band des Flüsschens Wörnitz, dass sich durch die Landschaft schlängelt, auf der anderen Seite hoch oben auf dem Felsen des Kalvarienbergs thront die Kapelle St. Petrus, 1750 errichtet von Abt Cölestin zu Kaisheim. Die Wörnitzsteiner Kapelle ist ein Kleinod des Barocks.

Otto vor mir auf dem Tandem sagte nur: “Die schönste Tour habt ihr euch für den letzten Tag aufgehoben“. Wir radeln über die Brücke dann gleich rechts entlang der Wörnitz nach Felsheim, die Wörnitz immer zu unserer rechten Seite über den Stadtteil Neudegg durch einen kleinen Park Richtung Donauwörth.

Die Stadtmauer von Donauwörth durchfuhren wir in einem total dunklen Tunnel, richtig spannend und schön kühl um am Ende noch einen Park mit Kinderspielplatz zu durchradeln, dann mussten wir Radfahrer absteigen und gingen durch das Rieder Tor in die Altstadt von Donauwörth. Nachdem wir so gut im Zeitplan waren, konnten wir gemeinsam im Eiscafe Raffaello unterhalb des Rieder Tores, sehr idyllisch an einem Seitenarm der Wörnitz gelegen, diese 3-Tagestour im Schwabenland bei Espresso, Eiskaffee und Erdbeerbecher ausklingen lassen.

Im Zug haben wir bereits eine halbe Stunde vor Abfahrt gesessen, glücklich, dass alles so gut geklappt hat und alle gesund und unfallfrei angekommen sind.

Bernhard, Andreas und Rosi bedanken sich bei dieser tollen Tandemerergruppe, es war uns eine große Freude mit Euch allen diese Touren zu fahren.


Für die Statistiker unter uns:
178,5 km gefahrene Kilometer in 3 Tagen
effektive Fahrzeit 10 Stunden 10 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit 17,55 km/Std.
4 Reifenpannen
44,63 km pannenfreies Intervall

Euch allen, die ihr die 3 Tage noch mit diesem Bericht nachwirken lasst, ganz liebe Grüße aus Dillingen

Text: Rosi, 04. Juni 2017


zuletzt geändert am 05.06.2017 von leitung@tandemerer.de © 2001 - 2017 Die Tandemerer